Geisttier Fokus im November 2015

Hauspferd und Herbstbaum

 

Pferd2015Der Ort in dem ich wohne beherbergt einen Reitstall und viele Pferdefreunde. Auf den Wiesen rund um das Dorf grasen Pferde auf oft sehr klein parzellierten Flurstücken. Reiter führen ihre Tiere meistens  in langsamer Schrittart aus. Schnelligkeit und Ausdauer, diese großartigen Eigenschaften der Pferde werden kaum mehr sichtbar. Grasende Pferde können idyllisch anmuten, ihr Bewegungspotential ist jedoch eingeschränkt bis degeneriert. Die Kraft der Pferde, die sich in der Bewegung mit Geschicklichkeit und Ausdauer paart, steht beim Hauspferd, dass heute zu Freizeitzwecken gehalten wird, in negativer Bilanz.

Die Anfänge der Domestikation der Pferde sind schwer zu ermitteln. In Mesopotamien verbreiteten sich domestizierte Pferde zu Beginn des zweiten vorchristlichen Jahrtausends. Archäologen vermuten, dass sie aus Nord und Mitteleuropa eingeführt worden waren. Es handelte sich dabei um ein leichtes Pferd, dem heutigen Araber vergleichbar. Die Pferde verdrängten, die bereits sehr viel früher domestizierten Halbesel als wirtschaftliche Dienstkraft. Für alle Haustiere gilt, dass ihre Instinkte, im Vergleich mit ihrer Wildform nicht mehr intakt sind.

In seiner geistigen Qualität schenkt das Wildpferd dem Menschen Kraft und Ausdauer bei allen Lebensaufgaben , die wie eine stetige Quelle, die vitale Energie zu erfrischen vermag und die Libido positiv beeinflusst. Um nach der geistigen Qualität Ausschau zu halten, die das Hauspferd prägt, erscheint  es notwendig sich an die ehemaligen Wildpferdeherden und ihrer Domestikation zu eHerbstbaum2015rinnern.

Die Pferderasse Przewalski ist bis heute die einzige Art, die als Wildform überlebt hat.  Scheuheit ist allen Pferden zu eigen. Sie ziehen sich natürlicherweise gegenüber Fremden und Bedrängern zurück. Innerhalb einer Wildpferdherde spielt der Leithengst eine enorme Rolle, da er seine Herde zur Flucht antreibt. Er selbst stellt sich mutig zwischen seine Herde und den Feind und fordert ihn zum Kampf heraus. In der Begegnung mit dem Pferd erwies sich der Mensch als sein Bezwinger von Freiheit und selbstbestimmtem Leben. Dennoch nahmen die gefangenen Pferde den Menschen zum Freund, da er ihm gegenüber für Schutz und Futter sorgte, also die Position des Leithengstes und der Leitstute übernahm. Innerhalb der Wildpferdeherden war die Leitstute maßgeblich verantwortlich die Herde an die besten Futterplätze zu führen. Sie galt als die klügste Stute der Herde. Das unterworfene und gesättigte Pferd, dessen Herz von großer Sanftheit ist, hat sich dem Menschen vertraut gemacht und sich anvertraut. Mensch und Pferd wurden Gefährten und Freunde. Die geistige Qualität speziell der Hauspferde sehe ich in dieser Freundschaftsgabe.

Die Blätter der Laubbäume haben die Wege, die durch die Landschaft führen gelb gefärbt. Manch alter Geselle Baum zeigt seine knochigen alten Äste. Wird er im kommenden Frühjahr sein Laubkleid wieder tragen? Oder wird er bald abgeholzt werden oder ganz von alleine sterben. Der November ist satt mit dem Gedenken an die Toten und endende Lebensstationen.

 

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