Schlagwort: australien

Geisttiergeschenk Hasenkänguru

Lagorchestes hirsutus

Zottel-Hasenkänguru (rufous hare-wallaby – english translation below)

Ute war in Sachen Geisttiere/Krafttiere ganz unbedarft. Schamanismus und esoterische Inhalte gehörten nicht in ihre Welt. Sie zeigte sich jedoch auf ihre bescheidene Weise aufgeschlossen mehr zu erfahren und erlaubte mir ihr Geisttier zu entschleiern.

Ute lernte ich als eine ruhige Frau kennen, die nur auf Nachfrage von sich selbst erzählte. Beim gemeinsamen Frühstück schnitt sie die Frühlingszwiebel und Radieschen in kleine feine Stückchen. Während ich ihr dabei zusah, erkannte ich darin eine der persönlichen Vorlieben, die mit ihrem Geisttier zu tun hatten. Es war auch sonst, auf eine liebenswerte Weise gegenwärtig, die mich an ein kleines pflanzenfressendes Säugetier denken ließen, ohne es zunächst näher konkretisieren zu können.  Erst als ich mich auf Utes Geisttier während einer Meditation einstellte, konnte  ich es benennen.

Ich wurde von einem Zottel-Hasenkänguru überrascht, dessen Existenz mir bis dahin selber unbekannt gewesen war. Hasenkängurus leben in Australien, sind echte Kängurus und Beuteltiere, etwas so groß wie ein hiesiger Feldhase. Es gibt mehrere Unterarten, zu denen auch das Zottel-Hasenkänguru gehört. Seine Landschaft sind die Spiniflexgraslandschaften Australiens. Aufgrund moderner großflächiger Brandrodung und der zunehmenden Ausbreitung von Füchsen, die mit der Kolonisierung eingeführt wurden, sind alle Hasenkänguruhs in ihrem Überleben sehr gefährdet. Viele Unterarten gelten schon als ganz ausgestorben. Die Aborigines wussten, das Land und Tiere eine Lebensgemeinschaft bilden und speziell die Lebenserhaltung der Hasenkängurus von einer Jagd abhängig war, die nur kleinflächige Brände zu Jagdzwecken anriet, um den Hasenkängurus das schnelle Unterkommen in den umliegenden Grasflächen zu erhalten.  Hasenkängurus sind nachtaktive Einzelgänger, worin sich Ute auch wiederfand, da sie zu den Menschen gehört, die nachts besonders aktiv werden können.  In Gefahrensituationen gräbt das Zottel-Hasenkänguru sich eine Mulde, duckt sich hinein, verschmilzt mit der Landschaft, um so unsichtbar wie möglich zu sein.  Stöbert der Feind es doch auf, lässt er ihn ganz nah heran, um dann zu seiner Rettung einen  weiten Sprung aus der Situation zu machen. Auch Ute machte sich in Konfliktsituationen zuerst unsichtbar, wenn das nichts half, sprang sie im wahrsten Sinne des Wortes auf und davon. Einmal trug Ute offene Schuhe, dabei fiel mein Blick auf ihren großen Zeh, der sehr lang und dabei ganz gerade war. Ich erkenne immer wieder bei Menschen physische Details, die ich mit den Geisttieren in Verbindung bringen kann. In diesem Fall sah ich den langen Fuß des Hasenkängurus in Utes Zeh abgebildet. Das Zottel-Hasenkänguru besitzt einen bescheidenen liebenswerten Humor, der sich bei Ute in kleinen Dingen und Gesten ausdrückte, die mir unsere Begegnung  zu einem Herzenserlebnis machten.

 

Rufous hare-wallaby

Ute was quite inexperienced in the matter of spirit animals / power animals. Shamanism and esoteric content did not belong in her world. But in her modest way she was open-minded to learn more and allowed me to unveil her spirit animal.

I met Ute as a quiet woman who only talked about herself when asked. During breakfast she cut the spring onions and radishes into small fine pieces. As I watched her, I realized one of the personal preferences that had to do with her spirit animal. It was also present in a lovable way, which made me think of a small herbivorous mammal without being able to concretize it at first. Only when I tuned in to Ute’s spirit animal during a meditation could I name it.

I was surprised by a rufous hare-wallaby, whose existence had been unknown to me until then. They live in Australia, are real kangaroos and marsupials, something as big as a local field hare. There are several subspecies, including the rufous hare-wallaby. Its landscape is the spiniflex grasslands of Australia. Due to modern large-scale slash-and-burn and the increasing spread of foxes, which were introduced with colonisation, all hare kangaroos are very endangered in their survival. Many subspecies are already considered completely extinct. The Aborigines knew that the land and animals formed a biocoenosis and that the survival of the hare kangaroos was particularly dependent on a hunt that only advised small-scale fires for hunting purposes in order to keep the hare kangaroos fast accommodation in the surrounding grasslands. Hare-wallabys are nocturnal loners, in which Ute also found herself, since she belongs to the people who can become particularly active at night. In dangerous situations, the rufous hare-wallaby digs a hollow, ducks down, merges with the landscape to be as invisible as possible. If the enemy does track it down, he lets it get very close and then makes a wide leap out of the situation to save it. Ute also first made herself invisible in conflict situations; if that didn’t help, she literally jumped up and away. Once Ute wore open shoes, and my eyes fell on her big toe, which was very long and straight. I always recognize physical details in people that I can associate with the spirit animals. In this case I saw the long foot of the hare-wallaby in Ute’s toe. The rufous hare-wallaby has a modest lovable humour, which was expressed by Ute in small things and gestures, which made our encounter a heart experience for me.