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Geisttier-Fokus im Oktober 2015

EichhörnchenEichhörnchen

Oktober, goldener Sonnenschein, Herbstblätter, gelb, rot, braun, Farbtöne zum Augenschmaus, farbige Wälder, bunte Alleen. Eichhörnchen haben in diesen Tagen viel zu tun. Sie sammeln und verstecken ihren Wintervorrat. Es ist die Freude, die der Mensch empfindet wenn er Eichhörnchen in Baumwipfeln springen sieht, die die Tiere so populär gemacht hat. Ihre tänzerische bis akrobatische Bewegungsart, wie leicht sie bis nach oben kommen, fasziniert. Ebenso ihre Agilität, zusammen mit der spielerischen  Gestaltung in dem Prozess der Vorratssammlung. Wer möchte nicht seinen eigenen Arbeitstag damit würzen? Eine Prise Geist-Eichhörnchen bitte – kleine Freude und leicht von der Hand gehendes Arbeiten. Eichhörnchen erinnern an diese Unbeschwertheit, die nur das gegenwärtige Ereignis fokussiert. Nicht zu verwechseln mit den Ereignissen, die die seelische Freude in materiellen Genuss kopieren möchten. Dazu gehören sicherlich die kleinen Einkäufe, von vermeintlich wichtigen oder schönen Dingen, die jeder schon dreimal hat; der fünfte Regenschirm, die sechste Handtasche, das siebte Kleingerät, der rote Lippenstift, die vierzigste App. Reue folgt auf leisen Sohlen, bleibt oft unbemerkt. Hierin ist sie dem Eichhörnchen gleich, dass oft lautlos für die menschlichen Ohren durch den Park huscht.

Jedes Eichhörnchen geht sehr behutsam mit den gesammelten Zapfen, Nüssen und Samen um. Sie tragen sie jeweils die Bäume hinunter, achtsam darauf, dass die Geschenke, die die Natur ihnen macht nicht beschädigt werden oder etwas verloren geht. In sich tragen sie die Informationen, die sie brauchen um ihre Ernte einzulagern. Jedes Tier agiert in einem Revier und vergräbt die Nahrung in einem bestimmten Muster, das neben seinem sehr feinen Geruchssinn die Orientierungshilfe für das Wiederfinden darstellt. Die Tiere kennen die Haltbarkeit der einzelnen Samen und Nussarten. Demzufolge graben sie die weniger haltbare Nahrung im Winter zuerst aus. Sie finden nicht immer alles wieder, was sie versteckt haben. So trägt das Eichhörnchen dazu bei, dass neue Bäume und Sträucher wachsen. Von der Not einen Wintervorrat anzuhäufen, ist für den europäischen Bürger heute nichts mehr zu spüren. Der weltweite Ressourcenverbrauch, der darin liegt, dass im Winter täglich frische Lebensmittel auf gedeckten Tischen liegen, ist enorm und bleibt für viele Menschen ausgeblendet. Über den seelischen Hunger mag das hinwegtäuschen. Doch es gelingt nur fadenscheinig. In seiner geistigen Qualität, möchte ich mir vorstellen, verschenkt das Geist- Eichhörnchen eine Fähigkeit, von den Ereignissen, die die Seele erhoben haben, eine Essenz einzulagern, die in mageren Zeiten, wie gefüllte Flakons aus lichtvollen und wärmenden Düften, wieder geöffnet werden können.